Franziska über „Apfelblüten und Jasmin“

Apfelblüten und Jasmin

Franziska, 13 Jahre aus Mils, bespricht „Apfelblüten und Jasmin“ von Carolin Phillips:

In diesem Buch geht es um Talitha, ein sechzehnjähriges Mädchen aus Damaskus in Syrien. Talitha hat es nicht leicht: Ihr älterer Bruder wurde von einer Autobombe getroffen und ihre Oma wurde auf dem Weg zur Kirche von der Terrormiliz IS getötet. Also flieht sie mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder Noah. Sie wollen ein neues Leben in Deutschland anfangen, doch auf der Flucht durch ein Loch im Zaun wurde der Vater abgetrennt und später auch noch die Mutter und der Bruder. Also muss Talitha alleine weiter nach Deutschland. Sie übernachtet in Lagern und macht schlimme Erfahrungen. Schließlich schafft sie es in ein Wohnheim und kann zwischendurch immer wieder mit ihrer Mutter telefonieren, die in Österreich in einem Lager feststeckt, da ihr Bruder sehr hohes Fieber hat. Doch auch da verfolgen sie die bösen Träume aus dem Gefängnis – ein Monster mit vielen Armen und einem schreiendem Mund und der Missbrauch von den Gefängniswärtern.

Trotzdem gibt Talitha nicht auf. Sie will Deutsch lernen und zur Schule gehen. Talitha ist eigentlich sehr fleißig und will eine gute Schulbildung und ein Studium. Am Ende fügt sich dann doch alles zusammen, auch wenn sie bei einer Pflegefamilie wohnen muss und immer noch von ihrer Familie getrennt ist.

In diesem Buch wird sehr gut beschrieben, wie es sich anfühlt, fremd zu sein – unerwünscht, gehasst, obwohl man doch gar nichts dafür kann, dass man fliehen musste und unter den Menschenmassen Terroristen waren. Viele Menschen haben die Gleichung Flüchtling = Terrorist, Muslim = Frauenvergewaltiger im Kopf, was aber überhaupt nicht stimmt. Flüchtlinge sind Menschen. Sie haben ein Recht auf faire Behandlung!

Mir persönlich hat das Buch sehr gut gefallen, denn es hat die Sicht eines Flüchtlings sehr deutlich gemacht. Außerdem hat es eine Botschaft: Flüchtlinge sind keine anderen Wesen, nur weil sie eine andere Religion und Kultur haben. Sie wollen auch nur Frieden. Nur weil einer von 1.000 Flüchtlingen ein Terrorist ist, heißt das nicht, dass alle anderen das auch sind – immerhin sind sie ja genau vor solchen Menschen geflohen!

Ich würde das Buch erst ab 12 Jahren empfehlen, da es an manchen Stellen sehr ernst oder brutal (es geht z.B. auch um Missbrauch) ist. Das einzige, was mir nicht gefallen hat, war das offene Ende. Sonst war es ein wirklich gutes Buch, dass ich sofort weiterempfehlen würde.

Apfelblüten und Jasmin
Apfelblüten und Jasmin
von Carolin Phillips
240 Seiten; ab 12 Jahren
2017 Obelisk

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